Weinzitat

Der Wein ist ein vortrefflich Ding, Die Weiber achten's leider zu gering und haben's nicht bedacht. Er stärket den Mut, Bewegt das Herz in frischer Glut Er stärket den Mut, bewegt das Herz bei Tage und bei Nacht!
(Wilhelm Busch, 1832-1908)
Die Geschichte der WeinkulturDie Geschichte der Weinkultur
Der Ursprung des Weinbaus und der Weinbereitung liegt in den alten vorderasiatischen Hochkulturen. Historische Funde brachten eine schätzungsweise 8.000 Jahre alte Traubenpresse in einem Hügelgrab bei Damaskus und 36 tönerne Amphoren mit eingetrockneten Weinresten in den Gräbern altägyptischer Pharaonen zu Tage.
Dionysos-Kult der Griechen.
Im alten Griechenland wurde Weinbau schon in mykenischer Zeit betrieben (ca. 1600 bis 1200 v. Chr.). Es gab Feiern zu Ehren des Weingottes mit orgiastisch ausschweifenden Trinkgelagen. Der Weinrausch galt den alten Griechen als die göttliche Offenbarung.
Antike Verbreitung der Reben
Phönizier und Griechen brachten im letzten Jahrtausend v. Chr. die Rebkultur in ihre Niederlassungen am westlichen Mittelmeer. Von der griechischen Kolonie Massalia aus (heute Marseille) wurde der Weinbau in die spätere römische Provinz "Gallia narbonensis" ausgedehnt.
Weinkultur im alten Rom
Das alte Rom übernahm die Rebkultur von den Griechen und setzte die
Dionysos-Verehrung mit dem Bacchus-Kult fort. Man wusste um die Bedeutung von Klima und Boden für die Weinqualität. Schriftliche Instruktionen zum Rebbau nach Plinius und Columella.
Erste Winzer in Germanien
Die Römer brachten in den ersten Jahrhunderten n. Chr. Kulturreben aus
südlichen Gefilden in unser Gebiet. Veteranen des römischen Militärs, die in Germanien siedelten, waren wohl die ersten Winzer der hiesigen Region. Wilde Reben gehörten jedoch schon lange zuvor zur natürlichen Vegetation des Oberrhein-Tales. Unser Riesling ist mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit aus hier heimischen Wildreben entstanden.
Kaiser Karl der Große - Förderer des Weinbaus
Seine Weinbauordnung aus dem Jahr 813 unterstützte die Ausdehnung des Rebbaus, sorgte für Ordnung und Sauberkeit in den Kellern und regelte, dass der Wein in Wirtschaften, die durch ausgehängte Kränze zu kennzeichnen waren (Straußwirtschaften), ausgeschenkt wurde.
Die Klöster als Weinbaupioniere
Ab dem 8. Jh. verbreiteten die Klöster die Rebkultur weit in den Osten und Norden. Die Weine aus Schlesien und Brandenburg sollen "einem allerdings wie eine Säge durch den Hals gefahren" sein. In den klösterlichen Spitälern war Wein die Universal-Arznei. Ab ca. 1500 wurde der Weinbau aufgrund einer Klimaverschlechterung auf den Südwesten Deutschlands zurückgedrängt.
Weinkonsum im Mittelalter
Es muss damals gewaltige Weinernten gegeben haben. Der Weinkonsum der Deutschen scheint mit 150 bis 200 Liter pro Kopf und Jahr größer gewesen zu sein als der heutige Bierkonsum.
Dreißigjähriger Krieg (1618 bis 1648)
Verwüstungen, Plünderungen, Brandschatzungen, Entvölkerung ganzer Landstriche und damit Niedergang des Weinbaus.
Einschleppung der Schadorganismen aus Nordamerika.
Ab ca. 1850 verbreiten sich die Reblaus und die beiden Mehltau-Krankheiten über ganz Europa. Ein biologisches Desaster! Missernten in Serie sind die Folge. Abermals Verfall der Rebkultur.
Der neue Weinbau
Nach dem Zweiten Weltkrieg: Neuaufbau mit Pfropfreben auf reblausfesten, amerikanischen Wurzeln. Zu Beginn des 21. Jh.s ist Deutschland nach der erzeugten Weinmenge das 6.-wichtigste Weinbauland der Erde.